Projektziele analysieren

Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.“
(Laozi, chin. Philosoph des 6. Jhd.)

Projektziele sind meist komplexer als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Neben dem konkreten Auftrag und den Rahmenbedingungen wie Budget oder Termine gibt es oft noch eine ganze Reihe verdeckter, nicht auf den ersten Blick erkennbarer Ziele.

Zielarten

Projektziele können sehr vielfältig sein. Eine Möglichkeit, die Ziele zu kategorisieren, ist die Unterteilung in

  • Ergebnisziele (z.B. Vorgaben für das Produkt bzw. die Dienstleistung),
  • Abwicklungsziele (z.B. Budgetziele, Terminziele, Personalziele (Know-how-Entwicklung/-Transfer))
  • und Randbedingungen (z.B. Vorgaben, gesetzlicher Rahmen etc.).

Darüber hinaus können Ziele nach ihrem Zeitrahmen unterschieden werden. Hierbei unterscheidet man zwischen

  • strategischen (langfristige, übergeordnete Ziele, z.B. Unternehmensziele),
  • taktischen (mittelfristige (Zwischen-)ziele)
  • und operativen (kurzfristige Aufgaben) Zielen.

Eine weitere Möglichkeit, Projektziele zu kategorisieren, ergibt sich aus der Verwendung des „Magischen Dreiecks“:

  • Sachziele (Funktionen, Eigenschaften und Qualität)
  • Terminziele (Projektende, Zwischentermine)
  • und Kostenziele

Projekte im Kommunikationsdesign besitzen spezifische Kommunikationsziele, die durch das Projekt erreicht werden sollen. Hierbei unterscheidet man zwischen:

  • kognitive Ziele (die Wahrnehmung betreffend, z.B. Aufmerksamkeit erreichen, Bekanntheit und Wiedererkennung steigern usw.),
  • affektive Ziele (die Einstellungen betreffend, z.B. Erzeugung einer positiven Einstellung gegenüber einem Produkt, einer Dienstleistung oder einer Marke usw.)
  • und aktivierende Ziele (Auslösen einer konkreten Handlung, z.B. Kauf eines Produkts, Abonnieren eines Newsletters, Teilnahme an einem Gewinnspiel usw.).

Während der Zielfindung können Kreativtechniken wie Brainstorming, Brainwriting oder Mindmaps hilfreich sein, um sich sämtlicher Ziele bewusst zu werden.

Zielkonflikte

Miteinander in Konflikt stehende Ziele müssen frühzeitig erkannt und die Zielkonflikte aufgelöst werden. Typischerweise stehen Sach-, Kosten- und Terminziele in einer sehr engen Abhängigkeit zueinander, siehe das „Magische Dreieck des Projektmanagement“. Durch Veränderung an einer Ecke des Dreiecks entstehen automatisch auch an den anderen Ecken Veränderungen. Ändern sich zum Beispiel die Sachziele durch neue Ideen, ist es so gut wie sicher, dass das Projekt länger dauert und/oder teurer wird. Aber auch langfristige strategische Ziele, wie zum Beispiel der Markenaufbau, können mit kurzfristigen operativen Zielen, zum Beispiel einer Abverkaufsaktion, in Konflikt stehen. Das Management der Sachziele und der davon abhängigen Termin- und Kostenziele ist Aufgabe des Scope Managements. Ein erster Schritt, Zielkonflikte aufzulösen, ist die Kategorisierung der Ziele in MUSS-, SOLL- und KANN-Ziele.

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