„Weis(s)e Magie“

IGEPA Akademie über die Wirkung von Papier und/oder Onlinekommunikation

Grafik: IGEPA/Antje Dennewitz

Die IGEPA macht immer wieder interessante Veranstaltungen – natürlich meistens mit einem Bezug zu Papier, aber eben auch mit einem Blick über den Papier-Tellerrand hinaus: Was schafft hohe Aufmerksamkeit für Markenbotschaften an vielfältigen Touchpoints? Braucht es dazu Weisheit oder sogar Magie? Unter dem Motto „Weis(s)e Magie“ waren verschiedene Expert:innen eingeladen, ihren Blick auf „Gedrucktes“ und seine Zukunft darzulegen.

Den Auftakt machte Prof. Rüdiger Quass von Deyen, MSD / Münster School of Design und KD1 Designstudio, Köln, der Zeitschriften und Magazine in den Blick nahm. Trotz jahrzehntelanger “Print is dead!”-Rufe steigt die Anzahl der in Deutschland publizierten Magazintitel: 1.100 (2016) auf 1.600 (2020).

Kristina Horn, Marketing und Kommunikation, Sappi, Hannover, stellte die sappi-Zeitschrift „Lift off“ vor, die einen „dazu bringen will innezuhalten und nachzudenken. Darüber was Sie über Print und Digital zu wissen glaubten. Und Ihre Augen dafür zu öffenen, was Print und Digital wirklich können – gemeinsam.“. Das sehens- und lesenswerte Magazin kann bei Sappi kostenlos bestellt werden.

Prof. Jochen Rädeker, FH Dortmund und Agentur Strichpunkt, durfte ich diese Woche schon zum zweiten Mal erleben. Mit einer amüsanten Anekdote berichtete er unter anderem davon, wie das Papier Heaven42 zu seinem Markennamen gekommen ist: Die Arbeitsgruppe, die das hochweiße Papier entwickelt hat, hieß intern „Heaven“. Der Name gefiel allen, war aber als allgemeiner Begriff nicht als Marke schützbar. In einer gemütlichen Runde fiel Jochen dann als Zusatz die „42“ ein. Warum ausgerechnet 42? Weil das erste europäische Druckwerk mit beweglichen Lettern, die Gutenberg-Bibel (= Vergangenheit) unter Fachleuten als die „42-zeilige“ bekannt ist und weil in Douglas Adams’ Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“ (= Zukunft) „42“ die Antwort auf die Frage nach „dem Sinn des Lebens, dem Universum und dem ganzen Rest“ ist. „Richtig ist das neue schön“ lautete ein zentraler Satz aus Jochens Vortrag, der treffend beschreibt, worum es im Kommunikationsdesign heute geht.

Marian Rapp, Marketingchef beim Verband Druck & Medien Bayern (VDMB), regte mit seinem Merksatz „Veredelung, wenn es komplex wird!“ an, Veredelung nicht um der rein ästhetischen Wirkung einszusetzen, sondern um Information zu hierarchisieren. Spannender Ansatz!

Rafael Bernardo, Designer, Typograf und Streetart-Künstler, stellte sein Projekt „Be Water My Friend“ und seinen Designprozess vor.

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