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Multimodales Lernen ermöglichen

Wie ich mein Seminar-Skript mithilfe von murf.ai in ein Hörbuch verwandelt habe

Hörbuch mit KI für multimodales Lernen

Im Seminar „Aspekte der Kommunikationsgestaltung“ geht es um das grundlegende Verständnis von Projektarbeit im Kommunikationsdesign. Für Studierende im dritten Semester ist dieser Kurs die erste Gelegenheit, mit externen Auftraggebern zusammenzuarbeiten.

Während der COVID-19-Pandemie musste ich meinen Unterrichtsstil anpassen und entschied mich für das Konzept des „Flipped Classroom“. Die Lehrinhalte wurden als Online-Skript auf meiner Website und als PDF bereitgestellt. Die gemeinsame Zeit im Unterricht wurde genutzt, um Fragen zu klären, Diskussionen anzuregen und praktische Beispiele zu liefern. In einer Evaluation äußerten die Studierenden den Wunsch, das Skript zusätzlich als Hörbuch zu erhalten. Da ich jedoch weder Zeit noch Erfahrung mit dem Einlesen hatte, schob ich dieses Vorhaben zunächst auf.

Das war, bis ich murf.ai entdeckte. Diese KI-Plattform überzeugte nicht nur durch ihre exzellente Sprachqualität in Deutsch, die auch mit komplexen Sätzen und Fremdwörtern mühelos zurechtkommt, sondern auch durch die einfache und intuitive Bearbeitungsmöglichkeiten, wie das Einfügen von Pausen oder die Anpassung der Aussprache.

Ich kopierte mein Skript einfach in murf.ai und erzielte bereits ohne Bearbeitung ein ansprechendes Ergebnis. Durch das Hinzufügen von Pausen und das Verwenden einer anderen Stimme für Zitate konnte ich die Verständlichkeit weiter verbessern. Lediglich einige Aussprachen von Eigennamen, Fachbegriffen und Jahreszahlen musste ich anpassen, da die App zwar „1901–1990“ als Jahreszahlen erkennt, aber nicht „1707–1798“.

Innerhalb weniger Stunden konnte ich so ein Hörbuch erstellen, das vielleicht noch nicht professionellen Standards entspricht, aber eine sinnvolle Ergänzung im Sinne des multimodalen Lernens darstellt.

Natürlich hätte ich das Hörbuch auch selbst einsprechen können, doch das Editieren wäre deutlich aufwendiger gewesen. Die Übertragung in ein anderes Medium ermöglichte es mir außerdem, eine Reihe von Fehlern im Skript zu entdecken.

Und das ist erst der Anfang, glaube ich. Die Potenziale von KI in der Lehre sind enorm. Sie ermöglicht es, Inhalte vergleichsweise einfach in verschiedenen Sprachen und Medien anzubieten sowie interaktive Lehrmaterialien zu entwickeln. Die Art und Weise, wie Lehre passiert, wird sich in den kommenden Jahren sicherlich stark verändern.

(Hinweis: Das Foto hat selbstverständlich – außer dass es „Hören“ zeigt – nichts mit dem Beitrag zu tun, sondern stammt aus einem Urlaub in Schweden – Clickbait ;-))