Seminarkonzept „Aspekte der Kommunikationsgestaltung“

Das Seminar „Aspekte der Kommunikationsgestaltung“ bietet den Studierenden im dritten Semester einen umfassenden Einblick in die Projektarbeit im Kommunikationsdesign.

Die grundlegende Aufgabenstellung des Semesters ist die Entwicklung einer crossmedialen Kampagne. Dabei wird nach Möglichkeiten mit externen Projektpartnern kooperiert.

Zielsetzung

Das entscheidende Kriterium für die Beurteilung von Kommunikationsdesign ist die „Angemessenheit“. Das heißt, dass eine visuelle Lösung muss passen:

  • zu den Auftraggebenden (dem Sender),
  • zur Botschaft,
  • zu den Zielgruppen (den Empfängern)
  • und zu den eingesetzten Medien.

Kommunikationsdesign ist also komplexe Denkarbeit. Um im Studium einen realitätsnahen Einblick in die Projektarbeit zu vermitteln, ist es notwendig, dieser Komplexität Rechnung zu tragen und für die Studierenden die vielfältigen Anforderungen erlebbar zu machen.

Die intensive Auseinandersetzung mit der Aufgabe, das Argumentieren für die eigenen Lösungsansätze sowie die Wertschätzung durch die Auftraggebenden erzeugen nicht nur bei den Studierenden ein Bewusstsein für die wertschöpfende Qualität von visueller Kommunikation.

Die Einbindung externer Projektpartner bringt eine nicht vorhersehbare Dynamik und einen designfremden Blick auf das Projekt. Durch die Projektpartner können weitere, individuelle Anforderungen an das Seminar entstehen.

Das Ziel des Seminarkonzepts ist es, die Studierenden zu einer eigenen Meinung und Haltung zu führen.

Themenbereiche und Projektpartner

Abgaben

Eine crossmediala Kampagne, bestehend aus:

  • einer Plakatserie im Format DIN A1
  • einem Konzept für Social Media Posts und eine (Micro-)Website
  • einem Falt- oder Flugblatt
  • sowie weitere Medien, wie Aufkleber, Postkarten oder Werbemittel
  • ein visuelles Zeichen, das für die Kampagne steht

Eine Dokumentation des Semesterverlaufs ist individuell als Druckobjekt zu erstellen. Teile des Inhalts können von der Gruppe gemeinsam erstellt und genutzt werden.

Semesterverlauf

Die folgenden Aufgaben werden im Seminar „Aspekte der Kommunikationsgestaltung (AdK)“ im Verlauf des Semesters bearbeitet.

1. Grundverständnis

a) Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Grundlagen des Projektmanagements.

Lesen Sie dazu Teil 1: Projektmanagement. Notieren Sie Begriffe, die für Sie neu sind, und sammeln Sie Ihre Fragen zum Thema. Nutzen Sie zur (Selbst-)Kontrolle des Lernstands und des Verständnisses der Inhalte den Online-Test (Teil 1).

b) Formulieren Sie einen Projektsteckbrief für Ihre Semesteraufgabe.

Dabei können Sie sich an dem Beispiel für einen Projektsteckbrief orientieren.

2. Projektplanung

a) Machen Sie sich mit den Grundideen von Planning und Konzeption vertraut.

Lesen Sie dazu Teil 2: Planning und Konzeption. Nutzen Sie zur (Selbst-)Kontrolle des Lernstands und des Verständnisses der Inhalte den Online-Test (Teil 2).

b) Erarbeiten Sie einen Projektstrukturplan für Ihr Semesterprojekt.

Sammeln Sie die – Ihnen derzeit bekannten bzw. erkennbaren – Ziele Ihres Semesterprojekts und erstellen Sie einen Projektstrukturplan. Nutzen Sie dazu die drei verschiedenen Betrachtungswinkel und Kreativtechniken Ihrer Wahl.

c) Erstellen Sie einen Ablaufplan für Ihr Semesterprojekt.

Sammeln Sie die Ihnen bereits bekannten Termine. Diskutieren Sie in Ihrer Gruppe die verschiedenen Phasenmodelle und definieren Sie die Projektphasen für Ihr Projekt. Verteilen Sie die Verantwortung für Ihre Arbeitspakete und erstellen Sie einen Projektablaufplan.

3. Analyse

Analysieren Sie Ihre Aufgabenstellung, die Ausgangslage und den Kontext.

Tragen Sie alles zum Kommunikationsgegenstand, dem Absender, dem Umfeld, den verschiedenen Stakeholdern und den Vorbedingungen zusammen. Verdichten Sie die Ergebnisse und ziehen Sie daraus Schlussfolgerungen, die sich für Ihre Arbeit ableiten lassen. Was sind die zentralen Herausforderungen?

4. Strategie

Treffen Sie (begründete) Entscheidungen! Definieren Sie Zielgruppe(n) und bestimmen Sie die Botschaften. Definieren Sie die Tonalität der Kommunikation und legen Sie die passenden Maßnahmen fest.

5. Ideenentwicklung und Präsentation

Übersetzen Sie die Botschaften für Ihre Zielgruppe(n) in eine überzeugende (sprachlich-inhaltliche) Leitidee/Kreatividee. Entwickeln Sie dann die inhaltliche und visuelle Umsetzung anhand von Skizzen und Skribbles. Bauen Sie eine Präsentation auf, um Ihre Ansätze den Auftraggebenden vorzustellen.

Weitere Aufgaben umfassen im Kursverlauf:

  • Plakatanalyse
  • Schnellentwurf
  • Projektmanagement

Begleitet wird das Seminar von einem Technikkurs. Darin vermittelt Albert Bartel die Erstellung von Druckmedien und Max Beckers die von digitalen Medien.

Anspruch

Für die Studierenden ist das Seminar – das zeigen die Dokumentationen – eine große Herausforderung: Die Arbeit in ausgelosten und nicht selbst gewählten Gruppen, das nahezu wöchentliche Präsentieren vor dem gesamten Kurs oder den externen Auftraggebern sowie die Vielschichtigkeit und Dynamik des Projektverlaufs, unterscheiden sich deutlich vom direkten „Loslegen“ der ersten Semester. Der Kurs bietet aber auch eine Erfahrung, die weit über das dritte Semester hinaus anhält. So wird der Einstieg in die Projektarbeit der visuellen Kommunikation begreifbar, planbar, geerdet und führt zuverlässig zu vielfältigen Lösungen.

Stimmen der Studierenden zum Seminarkonzept

„Ich kann behaupten, dass der Kurs Aspekte der Kommunikationsgestaltung 80 Prozent des ganzen Semesters für mich ausmachte.“

„Tatsächlich war das Semester sehr anstrengend. Aber ich finde schon, dass sich die harte Arbeit gelohnt hat. Ich habe in diesem halben Jahr extrem viel gelernt.“

„Ich fühle mich viel sicherer, wenn ich InDesign sowie Photoshop verwende, und ich arbeite mit viel mehr Liebe zum Detail. Ich entwickelte eine kritischere und konstruktivere Mentalität, lernte, immer ebenso konstruktives Feedback zu geben sowie Fragen zu stellen. Aus diesem Projekt habe ich viel gelernt; sowohl auf persönlicher als auch auf professioneller Ebene. Ich schließe dieses Semester nicht nur mit zwei Projekten ab, mit denen ich sehr zufrieden bin, sondern ich schließe es auch als eine Person ab, die mehr Vertrauen in sich selbst und ihre Fähigkeiten hat.“

„Ich habe in diesem Kurs nicht nur auf der gestalterischen Seite viel lernen können, wo sich meine Fähigkeiten in Sachen Layout und Print erweitert haben, sondern vor allem beim Sammeln erster Erfahrungen in Bezug auf Projektplanung und Kommunikation mit realen Kund*innen. Es war sehr lehrreich, das Briefing und Rebriefing, den Austausch mit den Auftraggebenden und die intensive Gruppenarbeit mitzuerleben.“

„Durch die ausgiebige Recherche sind wir auf Lösungsansätze und Konzepte gestoßen, die womöglich sonst nicht hätten zustande kommen können.“

„Durch das Projekt ist mir bewusst geworden, dass wir als angehende Gestalter*innen nicht allein auf einer visuellen Ebene agieren, sondern vielmehr auf einer kommunikativen Ebene. Wenn die Botschaft nicht auf die entsprechende Zielgruppe ausgerichtet wird, verfehlen alle noch so komplexen Gestaltungsmaßnahmen die gewünschte Kommunikation. Hinter einer erfolgreichen Kampagne steht demnach immer ein durchdachtes und zielgerichtetes Konzept.“

„Die vielleicht sogar wichtigste Erfahrung war das Arbeiten mit Botschaften. Die Festlegung sowie das fortdauernde Berufen auf diese hat bei der gesamten Projektstrukturierung geholfen und eine gute Basis für das gestalterische Arbeiten gegeben.“

„Im Gesamtblick habe ich dieses Semester viel über die Zusammenarbeit mit realen Auftraggebenden und ‚Agenturkolleg*innen‘ gelernt; wie man seine Vorstellungen umsetzt und auch verdeutlichen muss, wie manche Ideen nicht zielführend sind.“

„Es war sehr spannend, die verschiedenen Projektphasen zu durchlaufen und eine Kampagne quasi von null an zu planen. Auch die Zusammenarbeit mit den Auftraggebenden war sehr interessant, da sie konstruktive Kritik gegeben und die Dinge mit ganz anderen Augen betrachtet haben. Ich freue mich, dass mir die Angst etwas genommen wurde, in der Berufswelt mit Kund*innen zusammenzuarbeiten. Es war eine schöne Erfahrung, dass wir nicht nur für die Auftraggebenden gearbeitet haben, sondern mit ihnen zusammen.“

„Zu Beginn des Semesters hatten wir eine Unterrichtseinheit bei Herrn Maser, die als einen Teilaspekt die Frage beleuchtete, was ein Projekt ausmacht. Jetzt, da dieses Semester fast zu einem Ende gekommen ist, verstehe ich endlich die Bedeutung dieser Anfangslektion und ihre weitreichenden Konsequenzen. Wie Herr Bičište in vielen Bereichen betonte, genügt es oft nicht, sich theoretisches Wissen anzueignen – man muss Erfahrungen erlebt haben, um verstehen zu können.“

„Am Ende des Semesters steht ein zufriedenes Team mit einer gut entwickelten und umgesetzten Kampagne. Der Weg zu den Plakaten, Folder, Website und Stickern war nicht immer unkompliziert. Aber nur so lernt man aus Schwierigkeiten und kann sich weiterentwickeln und das Beste daraus ziehen.“

Zitate aus den Dokumentationen der Studierenden

Lehrende

Die Dozenten stehen für unterschiedliche Facetten von Kommunikationsdesign:

  • Dipl.-Des. Paul Bičište, Lehrkraft für besondere Aufgaben, vermittelt die konzeptionellen und gestalterischen Grundlagen.
  • Anna Louisa Duckwitz, M.A., Lehrbeauftragte für kreatives Schreiben, steht für die Vermittlung von Textkompetenz.
  • Dipl.-Des. Jakob Maser, Lehrbeauftragter, unterrichtet die Grundlagen von Projektmanagement und Konzeption.

Als praktizierende Gestaltende sind wir darüber hinaus kontinuierliche Ansprechpersonen und Feedbackgebende mit ganz unterschiedlichen Perspektiven.

Materialien

Kurs-Ergebnisse